- FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) -
Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist die am meisten gefürchteteste Krankheit in der Katzenzucht. Für viele Katzenzüchter ist FIP ein Tabu-Thema, denn befallene Catteries werden von allen anderen Züchtern sofort gemieden und geächtet.

Historie:
Seit etwa 1914 gibt es Berichte von klinischen Fällen, die höchstwahrscheinlich FIP waren. Die erste genauere Beschreibung der Felinen Infektiösen Peritonitis erfolgte im Jahr 1963 von Dr. Jean Holzworth. In den vergangenen 5 Jahren wurden diverse Forschungen begonnen, die nun langsam Licht in dieses allgegenwärtige feline Gesundheitsproblem bringen sollen.

Terminologie (Bedeutung der Worte und Abkürzungen):
FIP ist der Ausdruck für die klinische Erkrankung, die mit einer Felinen Corona-Virus- Infektion in Zusammenhang gebracht wird.
FECV (Felines Enteronales Coronavirus) ist die normal gutartige Form des Felinen Coronavirus.
Wenn FECV zu einer krankheitsverursachenden Form mutiert, spricht man von FIPV (Felines Infektiöses Peritonitis Virus).
FCoV ist die Bezeichnung für die Felinen Coronaviren.

Entstehung der Krankheit:
FECV ist ein sehr verbreitetes, hoch infektiöses Katzenvirus. Diese Art der Coronaviren können auch andere Spezien infizieren (Menschen, Schweine, Rinder, Pferde, Vögel und Hunde). Mehr als 95% der mit FECV infizierten Katzen bleiben gesund. In wenigen Fällen führen Fehler / Mutationen während des Reproduktionsvorganges des Viruses dazu die Krankheit auszulösen. Diese Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die große Mehrheit aller Katzen FIP nicht „fängt", sondern aus ihrem mutierten FECV selbst entwickelt. Das gefährdete Alter für FIP-Verluste ist die Zeitspanne vom 6. Lebensmonat bis zum 2. Lebensjahr (mit der höchsten Auftretens-Rate im Alter von 10 Monaten).
3 Grund-Risikofaktoren sind bereits klar erkennbar:
a.) genetische Anfälligkeit
b.) das Vorhandensein von chronischen Ausscheidern
c.) ein besonders hohes Katzenvorkommen, was die Verbreitung von FECV begünstigt.
Zu a.) Prüfungen von Pedigrees und Gesundheitsdaten von 10 Generationen Katzen aus verschiedenen Zwingern ergaben, dass die Vererbbarkeit der Anfälligkeit für FIP sehr hoch sein kann (um die 50%). Es ist wohl eher ein polygenes Merkmal als nur einfach eine dominante oder rezessive Spielart von Vererbung. Inzucht als solches stellt keinen Risikofaktor dar.

Zu b.) Die meisten Katzen werden infiziert und genesen wieder, sind aber nicht immun. Eine kleine Zahl von Katzen infizieren sich, genesen aber nicht mehr. Sie werden dauernde Ausscheider von FECV und sind daher die Ursache für die Wiederansteckung der anderen Katzen. Der Schlüssel zur Reduzierung des FIP- Risikos ist das Erkennen und Entfernen des chronischen Ausscheiders. Die wirkungsvollste und praktischste Art ist die PCR-Analyse der Fäkalien auf das Vorhandensein von FECV, ein Test, der noch immer nicht überall verfügbar ist.
Zu c.) Viele Katzen auf engem Raum begünstigen die Übertragung des höchstansteckenden FECV. Die individuelle Katzenhaltung gilt als idealer Weg für Catteries. Da dies aber in der Praxis kaum durchführbar ist, empfiehlt sich die Haltung von Zuchtgruppen von 3 – 4 Katzen.
Jungtiere sollten in Altersgruppen gehalten werden. Hierdurch soll der soziale Stress in der Zwinger-Population verringert werden.

Übertragung der FECV:
Die Übertragung des FECV erfolgt überwiegend über den fäkal-oralen Weg, seltener durch Speichel und Atemtröpfchen. Die Überlebenszeit des Viruses in getrockneten Fäkalien beträgt mehrere Wochen, d.h. tägliche Hygiene im und um das Katzenklo ist von großer Bedeutung.
Um FECV-negative Kitten zu erhalten, stellt die Methode der frühen Entwöhnung und Isolation der Jungtiere einer FECV-positiven Mutter dar. Die trächtige Katze sollte isoliert werden um die Kätzchen zu bekommen. Ab der 5. – 6. Woche werden die Jungtiere von der Mutter getrennt und separat gehalten.

Diagnose / Test:
Es gibt bis heute keine Möglichkeit, gesunde Katzen auf die Wahrscheinlichkeit, FIP zu bekommen, zu untersuchen. Ebenso besteht keine Möglichkeit FIP in einer kranken Katze zu diagnostizieren. Antikörper-Titer stehen in keiner Beziehung zum Risiko der FIP. Durch die Kombination von verschiedenen Testresultaten, zusammen mit klinischen Erkenntnissen und dem Antikörper-Titer lässt sich FIP mit einem gewissen Grad feststellen oder ausschließen. Die neueren FIP-spezifischen Tests auf DNABasis sind noch nicht durch Forscher außerhalb der Laboratorien, wo sie entwickelt wurden, wissenschaftlich überprüft worden. Außerdem gibt es keine veröffentlichten Studien, die den genetischen Unterschied zwischen FECV und FIPV festgestellt haben.

Impfung:
Seit 1991 ist der Impfstoff Primucell FIP von Pfizer Animal Health auf dem Weltmarkt. Diese Impfung bietet einen 75%- igen Impfschutz nur bei FC+oV-negativen Katzen. Das Impfmindestalter beträgt 16 Wochen und nach 3 Wochen ist eine Wiederholungsimpfung nötig.
Ist eine Katze bereits mit FCoV erst einmal infiziert, bietet die Impfung keinen Schutz.

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